19.februar, 2026
Heiligtum von Fatima vergibt ab Oktober ein PilgerzertifikatDie Eröffnung des XIII. Internationalen Workshops zum religiösen Tourismus kennzeichnete sich durch den Aufruf zur Solidarität und Widerstandsfähigkeit im Sektor nach den Stürmen und der Ankündigung eines neuen Pilgerzertifikats.
Das Heiligtum von Fatima wird, ab dem Nationalen Tag des Pilgers, der am 13. Oktober gefeiert wird, ein Fatima-Pilgerzertifikat vergeben. Diese Ankündigung erfolgte am 19. Februar durch den Rektor des Heiligtums von Fatima, Carlos Cabecinhas, zur Eröffnung des XIII. Internationalen Workshops zum religiösen Tourismus, welcher im Pastoralzentrum Paul VI. stattfand. „Fatima ist das wichtigste portugiesische religiöse Touristenziel", sagte Pastor Cabecinhas und fügte hinzu, dass die Ausstellung eines offiziellen Zertifikats für Fatima-Pilger, der bestimmte Pilgerkriterien erfülle, „eine Bitte“ sei, „die oftmals im Heiligtum gehört werde". Die Verwaltung des Heiligtums arbeitet bereits an dieser Urkunde, dessen Präsentation und Einweihung für den 12. Oktober angesetzt ist, zu Beginn der letzten großen Jahreswallfahrt im Heiligtum von Fatima. Der Rektor unterstrich, dass „diese Initiative darauf abzielt, Wallfahrten zu fördern, die Wege nach Fatima, die eine besondere Aufmerksamkeit vom Nationalen Kulturzentrum und vielen beteiligten Gemeinden verdient haben, zu würdigen und Fatima als Ziel dieser Wege anzuerkennen". Pater Carlos Cabecinhas hob außerdem hervor, dass „das Jahr 2025 in Fatima ein Jahr des Wachstums der Anzahl an Pilgern und Besuchern war", und fuhr fort, dass auch diese ermutigenden Zahlen „uns nicht die Stürme vergessen lassen können, die eine Spur der Zerstörung hinterließen“. In seiner Eröffnungsrede schlug er von daher vor, dass „jede der Einrichtungen in ihrem spezifischen Wirkungsbereich versuchen soll, diese Auswirkungen zu minimieren", sodass „der religiöse Tourismus als Motor für den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete“ gelte. Die Zahl der Pilger, die im Jahr 2025 das Heiligtum von Fatima besuchten und an mindestens einer Messefeier teilnahmen, betrug 6.478.323, was einem Anstieg von 241.913 Gläubigen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2023, dem Jahr des Weltjugendtags in Lissabon, welcher auch den Besuch von Papst Franziskus in Fatima einschloss, übersteigt der jährliche Zustrom von Pilgern de Zahl von sechs Millionen Besucher. Die für 2025 gesammelten Daten zeigen, dass die Nachfrage nach dem Heiligtum von Fatima nicht nur über dieser Grenze lag, sondern auch über den 6,3 Millionen Pilgern, die im Jahr 2019 gezählt wurden – einem Jahr, das als Referenzjahr gilt, da es vor der Covid-19-Pandemie lag, sich aber auch nicht mehr unter dem Einfluss des 2017 gefeierten Hundertjähren Jubiläums befand. Die Gesamtzahl der Gläubigen wird aus deren Teilnahme an mindestens einer Messfeier gezählt, wobei auch viele die Cova da Iria besuchen, aber dann nicht an den Dynamiken des Heiligtums teilnehmen. Das „einzigartige Erlebnis" von FatimaDie diesjährige Durchführung des Internationalen Workshops zum religiösen Tourismus enthielt auch einen Beitrag des Direktors des Museums des Heiligtums von Fatima, Marco Daniel Duarte, mit dem Titel „Die Orte des Glaubens – Erinnerungen, Spiritualität und Erfahrungen des Pilgers in Fatima". Der Redner sprach zunächst über die ersten Erinnerungen an Fatima, mit dem Beginn der Bekräftigung des Ortes der Steineichen als „Ort des Glaubens" und dessen rascher Internationalisierung. Er stellte einen Brief eines portugiesischen Soldaten auf den Kriegsfeldern in Frankreich vor, der im September 1917 an António, den Vater eines der drei Hirtenkindern, über Fatima schrieb. Er zeigte, wie 1917 die Zahl der Pilger von drei Kindern im Mai auf etwa 70.000 Menschen im Oktober stieg, mit Fotografien und historischen Aufzeichnungen aus dieser Zeit, die von der Menschenmenge zeugen, die am 13. Oktober in Cova da Iria anwesend war; ein Tag, den er als „einen der Gründungstage dieser Unermesslichkeit an Menschen, die bis heute nach Fatima kommen" bezeichnete. Marco Daniel Duarte beschrieb die Internationalisierung von Fatima als einen Prozess, der vom Ort aus erfolgt, aber gleichzeitig auch aus einer Botschaft heraus, die selbst zu einem Pilger in der Welt wird. Er erwähnte die Bedeutung der Reisen der Pilgermadonna von Fatima, die seit 1947 Statuen von Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Fatima mit ihrer Friedensbotschaft auf alle Kontinente und in verschiedene kulturelle Kontexte gebracht haben. Über die Erfahrung von Fatima sagte er, dass, obwohl es eine kollektive Erfahrung ist, die an anderen Orten der Welt reproduziert und verstärkt wird, es sich auch immer um eine „einzigartige Erfahrung, die sonst nirgendwo gelebt wird" handele. Er klassifizierte die Erfahrung von Fatima als „multiform", die jeder Pilger auf einzigartige Weise erlebe. Bezüglich der Idee der Wallfahrt, über welche er außerdem sprach, hob Marco Daniel Duarte diese als Metapher für das Leben selbst hervor. „Der sehr spezifische Weg des Pilgers" wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Künsten dokumentiert oder beschrieben, von der Literatur über die Malerei bis hin zur Fotografie. Die Ankunft in Fatima bezeichnete er als ein „Fest der Brüderlichkeit".
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